Soldatenfreund – Die Seite für Soldaten
Als ich letztes Jahr in den USA war, konnte ich sehen, wie ein demokratischer Staat seine Soldaten unterstützen kann, wenn es die Zivilgesellschaft denn will. Der Respekt gegenüber den eigenen Soldaten ist enorm, auch von Seiten der Kriegsgegner. Diese kritisieren zwar die Politiker und Generäle, nicht jedoch die “boots on the ground”, sprich die einfachen Soldaten.
Als ich in New York die USS Intrepid besichtigen wollte, sah ich schon am Eingang folgendes Schild:
Aktive Soldaten und US Soldaten im Ruhestand erhalten freien Eintritt. Gleichfalls war überall an Hotels ein “Special Military Rates” zu lesen. Also Sonderkonditionen für Soldaten.
Als ich das Museum betrat habe ich mehr Scherzes halber gefragt, ob das Angebot denn auch für die ehemaligen Soldaten eines Verbündeten gelte. Immerhin habe ich ja meinen Wehrdienst geleitet. Ich wurde gefragt, ob ich einen Ausweis dafür habe. Da ehemalige Wehrdienstleistende so etwas nicht bekommen und ich kein Reservist bin verneinte ich und sagte, dies gebe es für ehemalige Wehrdienstleistende nicht.
Die freundliche Dame an der Kasse sah mich einen Moment an und meinte dann zu meiner Überraschung, “all right” und drückte mir eine “Active Military” Eintrittskarte in die Hand. Alleine aus Respekt gegenüber Soldaten verschaffte mir das eine Ersparnis von 22 Dollar!
Warum gibt es so etwas fast nirgends in Deutschland? Über 8 Millionen Männer haben Wehrdienst geleitet, hunderttausende haben als Zeit- und Berufssoldaten gedient, noch sind über 200.000 aktive Soldaten. Hinzu kommen zigtausende Reservisten.
Selbst wenn es einzelne Unternehmen gibt, die beispielsweise Wehrpflichtigen einen Rabatt auf die Kinokarte einräumen, so ist es doch eher ein Zufall sie zu finden. Ist man nicht gerade in einer kleinen Garnisonsstadt, so wird das auch nicht angeschrieben sein.
Verzeichnis der Unternehmen die Soldaten Sonderkonditionen einräumen
Was liegt da näher, als ein Verzeichnis einzurichten, in dem die Unternehmen angegeben sind, die Soldaten Sonderkonditionen einräumen? Seien es nun feste Rabatte, Dinge wie “jedes 10. Mal umsonst”, oder einfach eine 5min länger dauernde Massage. Es gibt viele Wege, wie ein Unternehmen den Soldaten etwas Gutes tun kann.
Den Unternehmen ist es hierbei freigestellt, welcher der Gruppen sie die Konditionen einräumen wollen:
- aktiven Soldaten
- ehemaligen Soldaten die sich ausweisen können, z.B. mittels Reservistenausweis
- ehemaligen Soldaten die dies nicht beweisen können.
Mit Soldatenfreund wird solch ein Verzeichnis eingerichtet!
Ein Nutzen für alle Beteiligten!
Der Nutzen ist hier auf allen Seiten, eine klassische Win-Win-Situation. Geben Unternehmen Sonderkonditionen, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nur wegen dieses Angebots ein Soldat überhaupt Kunde wird. Damit verliert das Unternehmen vielleicht die 10% des eingeräumten Rabattes, gewinnt dafür aber einen neuen Kunden hinzu. Der Umsatz, und damit auch der Gewinn, steigen also. Das Unternehmen profitiert klar von einer Teilnahme. Ob die Teilnahme an solch einem Konditionsprogramm nun also allein aus Gründen des Marketings stattfindet, oder aber weil die Firma wirklich etwas Gutes tun will ist fast egal! Schließlich profitiert auch der Soldat so oder so, völlig egal aus welcher Motivation das Unternehmen die Sonderkonditionen einräumt!
Beide Seiten profitieren also klar.
Jobbörse und Kleinanzeigen
Das Konditionsprogramm wird abgerundet durch eine Jobbörse und Kleinanzeigen.
In der Jobbörse können ehemalige Soldaten, aber auch Reservisten nach einem soldatenfreundlichen Arbeitgeber suchen. Umgekehrt können natürlich auch Arbeitgeber speziell auf Soldaten zugehen. Immerhin bringt ein Soldat eine Reihe von Dingen mit, die viele Arbeitgeber schätzen: Pünktlichkeit und Organisation.
Der vorerst letzte Teil des Angebots ist die Möglichkeit, Kleinanzeigen einzustellen. Dabei können zum einen besonders für Afghanistan geeignete Ausrüstungsgegenstände eines Ausgeschiedenen an seine Nachfolger verkauft werden, andererseits aber auch private Dinge. Vielleicht will ja jemand seine alte Angelausrüstung, sein Sofa, oder sein Auto loswerden, und würde sie dabei besonders gerne einem Kameraden vermachen? Hier ist die Möglichkeit!
Sonderaktionen und Geschenke
Mit Soldatenfreund sollen auch Aktionen initiiert werden, die den Soldaten neben finanziellen Vorteilen beim Konsum auch unmittelbar etwas Gutes tun. Eine Idee wäre z.B. Sponsoren für eine Grillparty zu finden, die Afghanistan-Heimkehrern und ihren Angehörigen ausgerichtet wird.
Abschließend noch eine Bemerkung:
Manche Dinge spricht man lieber an, bevor jemand meint, sie würden verheimlicht werden:
Der Macher von Soldatenfreund ist die Person, die 2007 auch Soldatengedenken gegründet hat. Die seinerzeit erste Einrichtung überhaupt zur Ehrung der toten Soldaten und zur Achtung der lebenden in Flecktarn ist bald vier Jahre alt. In all den Jahren habe ich eine Menge Zeit und nicht zuletzt auch einiges an Geld für das Projekt ausgegeben. Selber habe ich dafür nie einen persönlichen Profit davon gehabt, stattdessen musste ich mich immer wieder mit Radikalen beider politischen Lager herumschlagen. Mit Soldatenfreund ist erneut einiges an Zeit und Geld investiert worden.
Leider bin ich kein gelangweilter Privatier, der eine wertvolle Internetfirma verkauft, oder von seinem Vater viele Millionen geerbt hat. Auch habe ich keine Anstellung beim Staat, die mich zeitlich massiv unterfordert. Stattdessen bin ich mit einer eigenen Firma selbständig.
Das bedeutet, dass auch ich Rechnungen zu bezahlen habe, und die Zeit für Soldatengedenken und Soldatenfreund an anderen Stellen fehlt. Daher ist es ein Fernziel, die für Soldatenfreund aufgewendeten Mittel wieder einzuspielen. Entsprechend werden wohl in der Zukunft entweder Werbeplätze auf der Seite verkauft werden, oder aber von großen Firmen Gebühren für die Einstellung ihrer Angebote verlangt werden.
An sich ist dies ja eine Selbstverständlichkeit, aber ich habe mich immer bemüht, offen und fair mit den Unterstützern dieser Sache umzugehen. Sollten diese also nun vermuten, ich würde heimlich Profit daraus schlagen wollen, könnten Sie enttäuscht sein.
Dass auch ich von irgendetwas leben muss sollte hingegen einleuchten. Wenn Soldatenfreund dank eurer Mithilfe funktioniert haben dann aber alle Beteiligten etwas davon! Die Soldaten bekommen Sonderangebote, die Firmen erhöhen ihren Umsatz, und auch meine Firma schreibt irgendwann einmal keine roten Zahlen mehr.

Endlich einmal wird an die Kameraden gedacht, die gefallen sind oder körperlich
oder seelisch behindert zurückkehren.
Ich bin nur durch Zufall auf diese Seite gestossen. Es ist traurig, daß von Seiten
der Regierung und auch der Bundeswehr selbst so wenig getan wird.
Allein schon die blamable Diskussion im Bundestag, ob wir uns in Afghanistan
im Krieg befinden oder nicht. Der peinliche Auftritt des Herrn von Guttenberg
der zu “seinen” Soldaten mit seiner Frau tourte, als wär es dort ein Outdoor
Event.
Ebenso bin ich darüber enttäuscht, wei die Bevölkerung daheim über unsere
Kameraden denkt, die tagtäglich ihre Knochen für unsere angebliche
Sicherheit am Hindukusch hinhalten.
Ich würde mir wünschen, wenn die Öffentlichkeit dieser Sache mehr
Aufmerksamkeit schenken würde.
Aus Solidarität mit den Kameraden trage ich die gelbe Schleife des
Reservistenverbandes. Oft werde ich darauf angesprochen und gefragt,
warum diese “AIDS”-Schleife gelb ist. Nach Richtigstellung des Sachverhaltes
kommt dann doch diesbezüglich ein ernstes Gespräch auf.
Ich wünsche allen Kameraden eine glückliche und gesunde Heimkehr
in die Arme ihrer Lieben und daß dieser unglückselige Einsatz bald zu Ende ist.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Michael Huber
ehemals 1.PZ BTL 204